Spielphilosophie

Einer gängigen Theorie nach kann man bei Rollenspielen grob drei Schwerpunkte ausmachen:

  • Spiel: Der kompetative Aspekt, das Überwinden von Herausforderungen, "Optimierung" des Charakters.
  • Drama: Das "Einfühlen" in einen Charakter, die Interaktion zwischen Charakteren und dergleichen mehr.
  • Simulation: Das "Funktionieren" der Welt an sich.

Bei der Entwicklung von Wächter des Schicksals legen wir einen klaren Fokus auf Drama und Simulation, was im Folgenden näher beschrieben wird.

Ein einfaches Regelwerk

Viele Rollenspielsysteme zeichnen sich durch ein sehr komplexes Regelwerk aus. Eine sehr detaillierte Ausarbeitung soll sicherstellen, dass die Spielregeln für die meisten Situationen am Spieltisch passende Antworten liefern.

Mit unserem Spiel möchten wir einen anderen Weg einschlagen. Unser Ziel ist es, alle notwendigen Regeln in unter einer Stunde vermitteln zu können. Dies lässt im Zweifelsfall zwar manchmal Raum für Diskussionen, da unser Regelwerk eben nicht jede mögliche Situation abdeckt. Das soll es aber auch gar nicht: Gutes Rollenspiel lebt unserer Meinung nach in erster Linie vom Miteinander. Das heißt im Zweifelsfall eben auch, statt eines dicken Regelwälzers den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen und vor allem dem Spielleiter zu vertrauen.

Ein gutes Rollenspiel

Wir legen großen Wert darauf, die (Spieler-)Charaktere nicht nur als Spielfiguren zu betrachten. Sie sollen vielmehr in "ihrer" fiktiven Welt genau so agieren (können), wie wir dies im wirklichen Leben tun.

Auch aus diesem Grund ist das Regelwerk bewusst einfach gehalten: Es soll im Zweifelsfall nicht "im Weg stehen", also mehr Fundament als Beschränkung sein. Frei nach dem Motto: So viel Regeln wie nötig, so wenig wie möglich.

Eine realistische Spielwelt

Wir wollen eine Welt beschreiben, die in sich schlüssig ist und so auch real existieren könnte.

Die Grundfragen lauten:

  • Wie hätte sich eine mittelalterliche Kultur entwickelt, wenn die Menschen nicht die einzige intelligente Rasse gewesen wären?
  • Welchen Einfluss hätte die nachweisbare Existenz von Magie gehabt?

Das Ergebnis ist eine Welt, in der fantastische Elemente zwar eine wichtige Rolle spielen, aber bei weitem nicht das ganze Leben der Bewohner bestimmen. Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf den ganz normalen sozialen Interaktionen sowie dem Aufeinandertreffen von teils sehr unterschiedlichen Rassen und Kulturen.

Ein letzter wichtiger Punkt zum Stichwort "Rasse": Uns ist durchaus bewusst, dass dieser Begriff für manche vorbelastet ist. Daher möchten wir an dieser Stelle klarstellen, dass damit keinerlei ideologische Wertung verbunden ist! Es ist schlichtweg eine Tatsache, dass in der Welt von Wächter des Schicksals mehrere unterschiedliche intelligente Spezies existieren. Der Begriff "Rasse" wurde von uns nur deshalb gewählt, weil er besser in eine mittelalterlich anmutende Sprache passt.